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Weltmarktführer Innovation Day ?Wir wissen noch nicht, wo die Reise für Siemens hingeht“

Roland Busch im Gespr?ch mit WiWo-Chefredakteur Beat Balzli. Quelle: Marc-André Hergenr?der für WirtschaftsWoche

Der designierte Siemens-CEO Roland Busch ist der erste Gast auf dem ?Weltmarktführer Innovation Day“. Im Gespr?ch mit WirtschaftsWoche-Chefredakteur Beat Balzli verr?t das Eigengew?chs, wie er es an die Konzernspitze geschafft hat – und welchen Herausforderungen sich das Unternehmen stellen muss.

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Zum ersten Mal organisiert die WirtschaftsWoche den ?Weltmarktführer Innovation Day“ für Entscheider aus dem Mittelstand. Manager und Gründer berichten in Erlangen, wie sie Weltmarktführer geworden sind und es vor allem bleiben wollen. Unter ihnen ist auch der zukünftige Siemens-Manager Roland Busch. Erlangen kennt der 55-J?hrige nur zu gut: Er ist hier geboren, hat an der Friedrich-Alexander-Universit?t (FAU) Physik studiert – und ist damit den typischen Weg zu Siemens gegangen. Nun sitzt er im Vorstand, l?st den langj?hrigen CEO Joe Kaeser bis sp?testens Februar 2021 ab. Das Eigengew?chs ist bereits seit 25 Jahren im Unternehmen, seit 10 Jahren im Vorstand. Trotz Einstellungsstopp setzte er sich durch und fing nach seiner Promotion, die von Siemens unterstützt wurde, im Unternehmen an. Der Werdegang spricht für ein zielstrebiges Karrieredenken. Trotzdem verr?t Busch im Gespr?ch mit WirtschaftsWoche-Chefredakteur Beat Balzli: ?Auf einer Skala von eins bis zehn sch?tze ich meinen Partyfaktor in meiner Studentenzeit mit neun ein“. Die Karriere hat ihn nicht vom Feiern abgehalten.

Externe Erfahrungen hat der künftige Siemens-Chef nie gesammelt. Traurig ist er darüber nicht: Bei Siemens habe er ausreichend M?glichkeiten gehabt – und auch genutzt. Die erste Gesch?ftsverantwortung vertrat Busch bei Siemens Automotive für Navigations- und Multimediasysteme. Seitdem ist er immer wieder für Turnarounds zust?ndig, also für Gesch?fte, die in der Krise stecken. Sein Patentrezept: ?Wenn das Unternehmen kriselt, muss es immer st?rker einsteigen und sich auf die St?rken konzentrieren“. Laut Busch zeichne sich Siemens bereits seit der Gründung durch Technologie und Digitalisierung aus. Weiterhin sei die Kundenn?he ein entscheidender Faktor, um Weltmarktführer zu werden. Das Unternehmen sollte auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und sich durchg?ngig weiterentwickeln. Transparenz spiele dabei eine wichtige Rolle, wie Busch auf der Bühne verr?t.

?Wir bekommen einen starken lokalen Touch“

Protest gegen Stellenabbau

Transparenz k?nnen wohl nicht alle Mitarbeiter erkennen: Einige protestierten zusammen mit Betriebsr?ten am Campus Erlangen und forderten unter anderem sichere Arbeitspl?tze. Grund ist ein m?glicher Stellenabbau bei Siemens Energy. ?Wir wissen noch nicht, wo die Reise für Siemens hingeht – und wo gespart werden muss“, kommentiert Busch den Protest. Da die Profitabilit?t von Siemens Energy nicht zufriedenstellend ist, kann er zurzeit kein Wachstum generieren. Aber: Siemens Energy decke ein gro?es Portfolio ab und habe besonders im Servicegesch?ft sehr viel Potenzial, erg?nzt Busch.
Die neue Siemens Generation besteht ab Oktober aus der Siemens AG, Siemens Healthineers und Siemens Energy. Nach Angaben von Busch verfolge jedes Unternehmen einen eigenen Fokus. Die Technologie überlappe sich nur gering. Siemens Healthineers pr?gt die Gesundheitsversorgung der Zukunft, die Siemens AG fokussiert sich auf die Industrie und Siemens Energy besch?ftigt sich mit dem Energiesystem.

Globalisierung ist bei Siemens immer weniger Thema. ?Wir bekommen einen starken lokalen Touch“, sagt Busch. Das hei?t: Lokale Arbeitspl?tze, weniger Export und mehr Inlandsgesch?fte. Urs?chlich dafür ist der Konflikt zwischen den Weltm?chten USA und China. Laut Busch ist auf dem Weg zu einer bipolaren Weltwirtschaft wichtig, die Unabh?ngigkeit zu wahren. Ansonsten sei jedes Unternehmen gezwungen, sich einem Lager zuzuordnen. ?Siemens agiert weiterhin auf beiden M?rkten“, versichert Busch. Aber er hat Sorge. Die Gro?m?chte in Europa spielten sich immer mehr gegeneinander auf. Europa müsse sich jedoch gerade in dieser Zeit als eine Wirtschaftsnation beweisen.

Siemens verkauft weiterhin Technologie an Kohlekraftwerke

Auch wenn Busch die Chefetage im kommenden Jahr betritt, werde es weiterhin Gesch?fte mit Kohleminen geben. Siemens verkauft Steuerungen für Antriebssysteme, die in Vertriebskan?len und Kohlekraftwerken genutzt werden. Der designierte Vorstandsvorsitzende kann die Siemens-Technologie in Kohlekraftwerken nach eigener Aussage gar nicht verhindern: Beim Verkauf wisse er nicht, wo diese Systeme am Ende landen. Au?erdem sei es schwierig, einer indischen Familie, die noch keinen Strom hat, zu erkl?ren, dass sie keine Kohle verbrennen dürfen. Zwar befürwortet er den Kohleausstieg – allerdings im zumutbaren Tempo.

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Zum ersten Mal l?dt die WirtschaftsWoche Entscheider des Mittelstands zum ?Weltmarktführer Innovation Day“. Sehen Sie hier Chefredakteur Beat Balzli im Gespr?ch mit Siemens-Manager Roland Busch im Video.

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