WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Deutschlandstart von Samsung Pay ?Kontaktloses Bezahlen ist durch Corona attraktiver geworden“

Samsung Pay kommt am 28. Oktober auf den deutschen Markt. Quelle: dpa

Samsung Pay kommt am 28. Oktober auf den deutschen Markt – zwei Jahre nach der Konkurrenz. Der Zeitpunkt sei dennoch ideal, sagt Thorsten B?ker, Director Product Management bei Samsung. Das liege auch an der Coronakrise.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Thorsten B?ker ist Director Product Management bei Samsung Electronics und verantwortet den Deutschlandstart des mobilen Bezahlservices Samsung Pay.

WirtschaftsWoche: Herr B?ker, am 28. Oktober startet Samsung Pay in Deutschland. Die Konkurrenten Google und Apple sind bereits seit 2018 auf dem Markt, der Konkurrenzkampf ist gro?. Kommen Sie nicht eigentlich mit Samsung Pay viel zu sp?t?
Thorsten B?ker: Nein, wir kommen eindeutig nicht zu sp?t. Der Zeitpunkt ist gerade gut, weil kontaktloses Zahlen wegen der Coronakrise attraktiver geworden ist. Wir sehen eine extrem hohe Nachfrage.

Warum hat es denn so lange gedauert?
Wir haben nicht einfach das internationale Gesch?ftsmodell von Samsung Pay kopiert, sondern ein v?llig neues Konzept für den deutschen Markt entwickelt.

Das da w?re?
International schlie?t Samsung Pay Vereinbarungen mit Banken, die ihre Karten dann in Samsung Pay einbinden. In Deutschland machen wir das anders: Wir kooperieren nicht mit einzelnen Banken, sondern arbeiten stattdessen mit dem Berliner Banking-Dienstleister Solarisbank und Visa zusammen. Kunden erhalten eine virtuelle Debitkarte von Visa, an der ein Konto bei der Solarisbank h?ngt. Diese begleicht jede Zahlung für Samsung Pay und zieht dann eine Lastschrift vom Hausbankkonto des Kunden.

Warum haben Sie Ihr in anderen L?ndern schon eingeführtes Konzept über den Haufen geworfen?
Wir haben uns die anderen Marktteilnehmer angeschaut und gesehen, dass viele Kunden zwar mobil bezahlen wollen, aber noch nicht mobil bezahlen k?nnen. Entweder ist die Hausbank nicht in den jeweiligen Service eingebunden oder die Kunden haben nicht die richtige Karte. Meistens geht es ja noch um Kreditkarten, die in Deutschland aber nicht so beliebt sind. Da sehen wir unsere Chance: Wir wollen so viele Nutzer wie m?glich ansprechen und es technisch für nahezu jeden m?glich machen mit Samsung Pay zu bezahlen. Voraussetzung ist natürlich die entsprechende Bonit?t. Au?erdem sparen wir uns die Abstimmung mit jeder einzelnen Bank. Das ist im stark fragmentierten deutschen Bankensystem zu komplex.

Ihr direkter Konkurrent Google Pay hat doch bereits eine Kooperation mit Paypal, die die Banken ebenfalls umgeht.
Ja, das ist richtig. Allerdings stehen die Server von Paypal in den USA. Bei den derzeitigen Diskussionen schrecken einige vielleicht davor zurück, dass ihre Daten in den USA gespeichert werden. Wir haben den Vorteil, dass wir mit der Solarisbank einen deutschen Partner haben. Die Daten werden in Deutschland gespeichert und fallen unter das deutsche Bankengeheimnis. Das Gesch?ftsmodell von Google ist grunds?tzlich ein anderes als unseres. Unsere Kunden müssen sich keine Sorgen machen, dass wir mit ihren Daten noch Gesch?fte treiben.

Konkurrenten wie Apple nehmen von kooperierenden Banken Gebühren für das Einbinden ihrer Kredit- und Debitkarten in Apple Pay. Weil Sie die klassische Kreditwirtschaft umgehen, entf?llt diese Einnahmequelle für Samsung Pay. Wie wollen Sie überhaupt Geld verdienen?
Die Banken erhalten für jede Zahlung mit den von ihnen herausgegebenen Karten sogenannte Interchange Fees von den H?ndlern. Die sind europ?isch harmonisiert, für EC-Karten erh?lt die Bank pro Transaktion 0,2 Prozent des Kaufpreises. Da die Solarisbank Kartenherausgeber der virtuellen Debitkarten von Visa ist, erh?lt sie diese 0,2 Prozent. Die Gebühren teilen wir auf.


Das interessiert WiWo-Leser heute besonders


Dax-Konzern

Jetzt wird Bayer zum übernahmeziel – und k?nnte zerschlagen werdent


Corona-Schutz

Das Risiko vom vielen Lüften im Corona-Winter


Christian Drosten

?Viele w?ren über Wochen oder Monate ausgefallen“


Unsere neuesten Artikel lesen Sie hier



Bei Kreditkarten ist die Interchange Fee auf 0,3 Prozent gedeckelt. Samsung Pay arbeitet allerdings nur mit Debitkarten. W?re es nicht lukrativer auf Kreditkarten zu setzen, weil sie h?here Gebühren erm?glichen?
Tats?chlich haben wir das überlegt. Ich will auch nicht ausschlie?en, dass es in Zukunft eine Kreditkarteneinbindung geben wird. Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil Debitkarten bei den Kunden beliebter sind. Kreditkarten haben sich in Deutschland nicht so weit durchgesetzt. Au?erdem geh?rt es zu unserer Strategie eine m?glichst hohe H?ndlerakzeptanz zu bekommen. Deshalb wollten wir die kostengünstigste L?sung für die H?ndler anbieten.

Die Deutschen h?ngen wie kaum ein anderes Volk an ihrem Bargeld. Ist der deutsche Markt deshalb besonders herausfordernd?
Da gibt es bereits einen kontinuierlichen Wandel. Ein Beispiel: Deutschland hinkt vielleicht im prozentualen Vergleich mit, sagen wir Frankreich, in Sachen Kartenzahlung hinterher, aber bei den absoluten Zahlen sind es nun mal 80 Millionen Bundesbürger gegen 50 Millionen Franzosen. Auch wenn die Franzosen prozentual mehr mit Karte zahlen, gibt es in Deutschland absolut gesehen mehr Kartenzahler. Gleichzeitig bemühen wir uns weiter darum Barzahler zu konvertieren. Die Coronakrise liefert da natürlich ein gutes Argument: Man mag sich ja gar nicht ausmalen, wie viele angehustete Geldscheine über den Tisch gehen. Es ist davon auszugehen, dass sich auch Viren oder Bakterien auf Geldscheinen festsetzen und dann im Umlauf sind.

Was für Ziele haben Sie sich für Samsung Pay gesetzt?
Wir wollen eine breite Marktakzeptanz bekommen. Klar stehen wir auf unseren Samsung Ger?ten in direkter Konkurrenz zu Google Pay. Die sind manchmal unser Partner und Konkurrent zugleich. Da müssen wir die Entscheidung dann dem Kunden überlassen. Langfristig wollen wir weitere Ger?te einbinden, sodass Nutzer beispielsweise auch mit der Galaxy Watch zahlen k?nnen.

Mehr zum Thema: Samsung startet seinen Dienst für kontaktloses Bezahlen in Deutschland und will sich gegen Apple und Google durchsetzen – mit einer anderen Strategie.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%
 
汤姆叔叔影院