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Bluetooth Wie ein mittelalterlicher D?nenk?nig gegen Corona hilft

Bluetooth-Vater: Der Niederl?nder Jaap Haartsen (Bild) und sein damaliger Kollege Sven Mattisson entwickelten die Funktechnologie bereits im Jahr 1994. Bildquelle: European Patent Organisation

Vor einem Vierteljahrhundert erfanden zwei Ingenieure die Funktechnik Bluetooth, mit deren Hilfe Virologen nun auch die Pandemie stoppen wollen. Dabei hatte die Technologie anfangs ganz erhebliche Schw?chen.

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Das h?tte sich Harald I. ?Bl?tand“ Gormsson sicher nicht tr?umen lassen: Dass der Wikingerk?nig ein gutes Jahrtausend nach seiner Geburt einmal Namensgeber für eine Technologie sein wird, die nun eine globale Epidemie eind?mmen k?nnte. ?Bl?tand“, zu Deutsch ?Blauzahn“, war im 10. Jahrhundert K?nig von D?nemark, bekannt für seine Vorliebe für Blaubeeren und sein offenbar besonderes diplomatisches Geschick. Er war es, der sein Land, Norwegen und Teile von Schweden unter einer Krone vereinte.

Und diese Gabe, die Zerstrittenen zu einen, soll auch Anlass gewesen sein, warum der Niederl?nder Jaap Haartsen und sein damaliger Kollege Sven Mattisson die von ihnen 1994 für den schwedischen Elektronikkonzern Eriksson entwickelte Funktechnik nach K?nig ?Bl?tand“ benannten. So will es zumindest der Gründungsmythos aus den Neunzigerjahren: ?Bluetooth“ sollte es nicht blo? erm?glichen, unterschiedlichste Ger?te von Handys über Drucker bis zu Computern ohne gro?en Aufwand zu verbinden.?

Zugleich sollte diese neue Technologie die Vielzahl konkurrierender übertragungstechniken zusammenführen, an denen Ericsson aber auch Nokia, IBM, Intel und Toshiba damals arbeiteten. Das markante Symbol der Funktechnik, das die meisten Menschen von ihrem Smartphone kennen dürften, fügten Haartsen und Mattisson aus den Wikingerrunen für ?H“ und ?B“ – Harald Blauzahns Initialen – zusammen.

Esperanto der Handy-Kommunikation

Tats?chlich hat sich der Bluetooth-Funk seit den Neunzigerjahren als eine der universellsten und langlebigsten Technologien in der sonst so schnelllebigen IT-Welt entwickelt. W?hrend Disketten l?ngst verschwunden sind und auch CDs und DVDs als Datenspeicher vom Aussterben bedroht, hat sich Bluetooth als universelle Kommunikationstechnik in so gut wie jedem Handy der Welt etabliert.?

Bluetooth: Das markante Symbol der Funktechnik, das die meisten Menschen von ihrem Smartphone kennen dürften, entstand aus den Wikingerrunen für ?H“ und ?B“ – Harald Blauzahns Initialen. Quelle: imago images

Die Technologie gilt heute als eine Art Esperanto der Kurzstreckenkommunikation – sei es um Bilder oder Visitenkarten von einem zum anderen Telefon zu beamen, sei es für den Anschluss schnurloser Kopfh?rer ans Handy.?

Bluetooth?ist weltweit so verbreitet, dass sie nun auch im Kampf gegen das Coronavirus helfen soll. Denn mithilfe des Kurzstreckenfunks sollen die auf den Smartphones installierten Corona-Apps protokollieren, wer wann wem begegnet ist. Stellt sich dann heraus, dass eine der Personen positiv auf Corona getestet wurde, k?nnen die Apps den jeweiligen Kontaktpersonen anzeigen, dass sich das Handy des Infizierten im Verlauf der vergangenen Tage in m?glicherweise ansteckungsgef?hrdeter Distanz befunden hat.

M?glich ist das, weil die Technik theoretisch rund 100 Meter weit sendet, praktisch ist es in der Regel erheblich weniger. Auch W?nde, Schneefall oder starker Regen k?nnen die Reichweite verkürzen. Doch für Distanzen, auf die es bei Corona-Apps ankommt, spielt all das keine Rolle. Entsprechend justiert, k?nnen die Apps über die in den Handys integrierten Bluetooth-Module ausreichend genau erfassen, ob sich eine oder mehrere Personen für einen gewissen Zeitraum in gef?hrlicher N?he befunden haben.?

Wie ein Leuchtturm im Telefon

Dabei machen sich die App-Entwickler zu Nutze, dass Bluetooth zwar ursprünglich entwickelt wurde, um Dokumente, Bilder oder andere Dateien über eine gesicherte Verbindung zu übertragen, aber auch in der Lage ist, den Empfang von Signalen auch ohne festen Verbindungsaufbau zu erfassen.

Etwa so, wie Seeleute die Lichtzeichen von Leuchttürmen erkennen k?nnen, ohne mit diesen kommunizieren zu müssen.?Im Fall der Corona-Apps haben die Handys dabei gleichzeitig die Rolle der Leuchtfeuer und der Seeleute: Einerseits senden die Telefone via Kurzstreckenfunk in kurzen Abst?nden eine Kennung aus, die andere Handys erfassen und speichern k?nnen. Andererseits empfangen die Telefone auch selbst die Signale anderer Corona-Apps in der Umgebung und legen diese in den Telefonspeicher ab. So k?nnen sie überprüfen, ob sie eine dieser Kennungen m?glicherweise empfangen haben, wenn diese nachtr?glich als Corona-infiziert gemeldet wird.

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