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Quelle: dpa

Die Vollkaskogesellschaft kriegt ihre Illusion von der totalen Sicherheit

Sowohl Lockdown-Hardliner wie ?ffnungsjünger liegen falsch. Beide überfordern den Staat. Ohne mehr Eigenverantwortung geht es nicht.

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Jeden Sonntag dasselbe Schauspiel. Die Republik schaut Anne Will dabei zu, wie sie Germany’s Next Top-Corona-Manager moderiert. Da sitzen die einen, die monoton die Gesundheit und den Lockdown verteidigen. Da sitzen die anderen, die auch die Schutzbedürftigkeit der Wirtschaft und die Vorteile einer Lockerung betonen.

Doch im Duell zwischen den Shutdown-Hardlinern und ?ffnungsjüngern kann es keine Sieger geben. Beide Seiten unterschlagen, dass es eine Welt ohne Restrisiko nicht gibt. Entweder ist es gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Natur.

Die Frage ist nur, welches Ausma? wir uns leisten k?nnen respektive wollen und wie wir es unter Kontrolle halten. In beiden F?llen spielt der Staat eine zentrale Rolle. In beiden F?llen wird er aber übersch?tzt. Die ?ffentliche Hand kann nicht jeden Umsatzausfall ersetzen, und er kann die Lockerung der Anticoronama?nahmen nicht konsistent umsetzen geschweige denn überwachen.

T?glich fordern Interessengruppen neue Hilfspakete. Die Verteilung von Staatsgeldern wirkt schon wie ein Automatismus. Warnungen über krasse Mitnahmeeffekte und Defizite werden in den Wind geschlagen, obwohl sich die Anzeichen dafür h?ufen. Für die Lockdown-Befürworter scheint es eine Weile so weiterlaufen zu k?nnen, Hauptsache, die Vollkaskogesellschaft kriegt ihre Illusion von der totalen Sicherheit. Die Rechnung trudelt ja erst sp?ter ein – etwa so wie bei Konsumenten, die sich für eine Weltreise verschulden und dabei vergessen, dass das dicke Ende noch kommt.

Die Befürworter der schnellen ?ffnungen akzeptieren dagegen stillschweigend ein Restrisiko in Gestalt einer erh?hten Sterberate. Denn eine harmlose Grippe ist Corona nicht, dafür liegt die übersterblichkeitsrate zu hoch.

Dumm nur, dass der Staat gerade beweist, dass ihm auch für dieses Restrisiko die Managementkapazit?ten fehlen. Der f?derale Wirrwarr führt zu skurrilen Regulierungen und zu noch gr??eren Ungerechtigkeiten. Allein welche L?den wo und mit welcher Fl?che ?ffnen dürfen, überblickt niemand mehr. Und sind die Schulen gut vorbereitet? Fehlanzeige. Und wann kommt endlich die Tracing-App? Gute Frage.

Es ist nun h?chste Zeit, die Eigenverantwortung und finanzielle Selbstvorsorge mündiger Bürger zu mobilisieren. Der Staat sollte sich wie ein Notarzt für Ernstf?lle verhalten, nicht wie eine Nanny für jedermann. Sonst bringt Corona auch ihn noch um.

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Gesundheitsrisiken oder wirtschaftliche Sch?den des Lockdowns – was wiegt schwerer? NRW-Ministerpr?sident Armin Laschet und Bundestagspr?sident Wolfgang Sch?uble fordern, dem Schutz des menschlichen Lebens nicht alles unterzuordnen. Die ?konomischen Kosten von Corona lassen sich halbwegs absch?tzen und berechnen. Was aber ist mit den vielen Toten? ?konomen und Juristen versuchen, den ?Wert“ eines Menschenlebens zu ermitteln – und sto?en in ethisch schwieriges Terrain vor.

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