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Hauptversammlung Stimmrechtsberater gegen Entlastung von AR-Chef der Deutschen Bank

Der Stimmrechtsberater Glass Lewis hat sich gegen die Entlastung von Aufsichtsratschef Achleitner ausgesprochen. Seine Abwahl empfiehlt er aber nicht.

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Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner muss auf der Hauptversammlung am 20. Mai einmal mehr mit Unmut der Aktion?re rechnen. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis sprach sich gegen die Entlastung von Achleitner aus, wie aus der Reuters vorliegenden Analyse vom Freitag hervorgeht. Die Probleme der Bank in den vergangenen Jahren seien zumindest zum Teil dem 63-j?hrigen ?sterreicher anzulasten, der seit 2012 an der Spitze des Kontrollgremiums steht.

Den von einem Aktion?r eingebrachten Antrag auf Abwahl Achleitners unterstützt Glass Lewis dagegen nicht: Angesichts der Corona-Krise ?glauben wir nicht dass ein sofortiger Wechsel des Aufsichsratschefs im besten Interesse der Aktion?re ist“ und riet zu einer Ablehnung.

Im vergangenen Jahr hatte Glass Lewis hier den Aktion?ren noch geraten, sich zu enthalten. Zudem sprach sich der Stimmrechtsberater am Freitag gegen die Entlastung des ehemaligen Investmentbanking-Chefs Garth Ritchie und der früheren Regulierungsvorst?ndin Sylvie Matherat aus, die im vergangenen Jahr ihren Hut nehmen mussten.

Die Deutsche Bank erkl?rte, Glass Lewis erkenne zwar die Fortschritte an, die die Bank gemacht habe, aber die erw?hnten Bedenken seien haupts?chlich rückw?rtsgerichtet und bez?gen sich nicht auf das vergangene Finanzjahr. ?Wir wissen es zu sch?tzen, dass Glass Lewis vor dem Hintergrund der aktuellen Transformation Stabilit?t im Aufsichtsrat empfiehlt.“

Der konkurrierende und als einflussreicher geltende Stimmrechtsberater ISS stellte sich dagegen vollst?ndig hinter die Vorschl?ge der Deutschen Bank. ISS empfahl die Entlastung Achleitners sowie s?mtlicher weiteren Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder.

Damit dürfte die Hauptversammlung weniger turbulent als im vergangenen Jahr werden: Damals hatten sich sowohl ISS als auch Glass Lewis gegen eine Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat ausgesprochen, die Aktion?re verpassten Achleitner einen Denkzettel. Mit einer Zustimmungsquote von 71,63 Prozent kassierte der ?sterreicher das schlechteste Ergebnis aller Aufsichtsr?te.

Glass-Lewis-Tochter Ivox st?rt sich an Weimar im Aufsichtsrat

Nach den Empfehlungen von Stimmrechtsberatern richten sich viele Fonds und Gro?anleger, insbesondere aus den USA und Gro?britannien. Gegen die Ansichten von Glass Lewis und ISS lassen sich daher kaum Beschlüsse durch die Hauptversammlung bringen.

Die deutsche Glass-Lewis-Tochter Ivox riet dazu, dass die Entlastung von Achleitner ?kritisch hinterfragt“ werden sollte. Aber eine Abberufung des ?sterreichers empfiehlt auch sie nicht. Sie st?rt sich zudem an der Wahl von Deutsche-B?rse-Chef Theodor Weimer in den Aufsichtsrat.

Weimer, der als m?glicher Nachfolger von Achleitner an der Spitze des Kontrollgremiums gilt, habe zu viele andere Mandate, begründete Glass Lewis Ivox seine Empfehlung. Die Mutter Glass Lewis st?rte sich daran nicht und riet den Aktion?ren, Weimer zu w?hlen.

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