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Steuer auf B?rsenverluste Bundesrat k?nnte den ?Steuerhammer“ kippen

B?rsenparkett in Frankfurt Quelle: dpa

Eigentlich ist es beschlossene Sache: Mit dem sogenannten ?Steuerhammer“ hat der Bundesfinanzminister die steuerliche Verrechnung von Verlusten massiv begrenzt. Doch nun macht der Bundesrat Anlegern Hoffnung auf eine Kehrtwende.

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Es war eine b?se überraschung für Anleger, als Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zum Jahreswechsel noch eine massive Einschr?nkung der steuerlichen Verrechnung von Verlusten durchdrückte.

Schon dieses Jahr werden Totalverluste nur noch bis maximal 10.000 Euro pro Jahr berücksichtigt. Verliert ein Anleger mehr, kann er diesen Teil der Verluste erst sp?ter – nach und nach – abtragen und mit neu entstandenen Gewinnen verrechnen. Besonders heftig kommt es 2021: Denn dann sollen auch die Verluste mit Termingesch?ften nur noch bis maximal 10.000 Euro pro Jahr berücksichtigt werden. H?here Verluste sind dann auch erst sp?ter verrechenbar, erneut bis jeweils maximal 10.000 Euro.?

Das Problem: Bei solchen spekulativen Gesch?ften sind Verluste nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ein Gewinn entsteht hier meist nur saldiert, indem eben die Zahl der gewinnbringenden Termingesch?fte überwiegt. Beispiel: Ein Anleger, der mit Termingesch?ften insgesamt 90.000 Euro verliert und gleichzeitig 100.000 Euro gewinnt, der müsste bislang nur 10.000 Euro versteuern. In Zukunft dürfte er aber nur noch 10.000 Euro Verlust direkt verrechnen und müsste also auf 90.000 Euro Steuern zahlen. Damit kann sogar Steuer auf vermeintliche Gewinne anfallen, obwohl Anleger in Wirklichkeit saldiert Verluste gemacht haben. Viele spekulative Anlagestrategien, etwa mit sogenannten Contracts for Difference (CFDs) sind?dann kaum noch darstellbar.

Bundesrats-Ausschüsse machen Hoffnung

Ein paar Ausweichstrategien gibt es, um Verluste doch im gr??eren Stil verrechnen zu k?nnen. Doch das bleibt nur eine Notl?sung.

Mit Empfehlungen für eine Stellungnahme zum Jahressteuergesetz macht der Bundesrat Anlegern nun aber Hoffnung. Wom?glich werden die extrem einschr?nkenden und bereits beschlossenen Regeln noch einmal überdacht. Die Ausschüsse pl?dieren dafür, sie zum Jahresende auslaufen zu lassen. Doch, Vorsicht, es handelt sich nur um eine Empfehlung von Bundesratsausschüssen, wie der Bundesrat am 9. Oktober zum Jahressteuergesetz Stellung nehmen sollte. Ob er das tats?chlich in dieser Form macht, ist offen. Und selbst wenn, ist nicht gesagt, dass die Stellungnahme dann im Gesetz umgesetzt wird. Als Erstes hatte der Banken und Fintech-Newsletter Finanz-Szene auf die Empfehlungen hingewiesen.?

Für viele Anleger lesen sich die Empfehlungen vermutlich trotzdem sehr wohltuend:

So weisen die Bundesratsausschüsse darauf hin, dass die Sonderregelungen für Verluste aus Termingesch?ften und Totalverlusten ?zahlreiche neue und h?chst streitanf?llige Abgrenzungsfragen“ aufwerfen würden. Es sei ?unklar, welche Anlagen als Termingesch?ft einzustufen sind oder wann eine Kapitalforderung ganz oder zum Teil uneinbringlich ist“. Damit drohe ?wesentlich mehr Bürokratie für die Bürger, die Berater, die Kreditinstitute und die Finanzverwaltung“.

Ein Hort der steuerpolitischen Logik

Die Regelung sei auch widersprüchlich, weil zum Beispiel der Verkauf eines Wertpapiers kurz vor Eintritt der Wertlosigkeit steuerlich sofort in voller H?he berücksichtigt werde, der Totalverlust hingegen nicht. ?Damit wird ein wirtschaftlich vergleichbarer Vorgang steuerlich unterschiedlich behandelt und verschafft steuerlich gut informierten Anlegern einen Vorteil gegenüber weniger gut informierten Anlegern“, schreiben die Bundesrats-Ausschüsse.


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Die Neuregelung, die Kapitalmarktspekulation begrenzen soll, sei zu diesem Zweck gar nicht geeignet. Denn eine solche Spekulation?finde?meist bei gewerblicher T?tigkeit statt. Dann aber würden die Regeln nicht greifen. Termingesch?fte seien au?erdem nicht per se eine ?sch?dliche Spekulation“, sondern k?nnten schlicht der Absicherung dienen. ?Erlittene Verluste sind dann Versicherungspr?mien, die bei gro?en Depots durchaus betr?chtlich ausfallen k?nnen“, hei?t es in den Empfehlungen der Bundesratsausschüsse.

Aus Sicht der Ausschüsse verhindere bereits die Grundkonzeption der Abgeltungsteuer Steuergestaltungen, also trickreiche Strategien zur Steuerreduktion. Schlie?lich k?nnten Verluste aus Kapitalgesch?ften nur mit Gewinnen aus Kapitalgesch?ften verrechnet werde. Eine solche Einschr?nkung gebe es bei keiner anderen Einkunftsart. Dann aber sollten zumindest auch Gewinne und Verluste innerhalb der Einkunftsart analog behandelt werden, befinden die Ausschüsse.

Nun müssen betroffene Anleger nur noch hoffen, dass diese Logik tats?chlich?in das Jahressteuergesetz 2020 einflie?t.

Mehr zum Thema: Der Corona-Crash beschert Privatanlegern Verluste. Die k?nnen sie künftig jedoch weniger steuerlich geltend machen. Betroffen sind Zertifikate, Optionsscheine und wertlos gewordene Papiere von Pleiteunternehmen.

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